SPD und Parteilose Bürger erkunden den Klosterbauhof
Letzte Woche war ein Großteil der Kandidatinnen und Kandidaten der Liste „SPD und Parteilose Bürger“, die in der nächsten Kommunalwahl antreten, zusammen mit Bürgermeisterkandidatin Ursula Tafelmayer, in der Gemeinde aktiv. Sie erhielten eine Führung durch den Klosterbauhof mit dem Heimatexperten Johann Girnghuber.
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Ursula Tafelmayer erhält wertvolle Infos von Johann Girnghuber |
Die Gruppe bei der Führung in einem der Stadl |
Er erklärte zunächst die Grundsubstanz der Gebäude, von denen viele unter Denkmalschutz und einige unter „Bestandsschutz“ stehen. Der Haupttrakt der Anlage ist auf das 15. Jahrhundert datiert, viele Anbauten kamen im Laufe der Jahrhunderte hinzu. So entstanden auf dem Gelände ein Wohn- und Ökonomiegebäude, Kuh-, Kälber-, Schaf- und Schweineställe, ein Schlachthaus, eine Mühle mit Bäckerei (Pfisterei), Heustadel, Wagenschuppen sowie eine Brauerei mit den dazugehörenden Kellergewölben.
Der Gutshof wechselte im Laufe seiner Geschichte öfters den Besitzer. 1898 wurde er von Simon Eckart, einem Ökonomiesohn aus Postau gekauft, der die Hauptmasse des Gutes in den Jahren 1918 und 1919 an das heutige Dominikanerinnen-Kloster in Niederviehbach verkaufte. Ab diesem Zeitpunkt bewirtschaftete das Kloster mit einem Baumeister das Gut. Durch den zunehmenden Schwesternmangel konnten die vielfältigen Arbeiten nicht mehr erledigt werden, sodass an den damaligen Baumeister Otto Feicht verpachtet und dann von dessen Sohn Franz bis Ende letzten Jahres weitergeführt wurde.

Die Gruppe vor einem der Gebäude im Klosterbauhof
Die Kandidatinnen und Kandidaten waren vom weitläufigen Gelände des Klosterbauhofes beeindruckt.
Aktuell sollen mehrere junge Leute aus Vietnam untergebracht werden, die im Zuge ihrer Sprachausbildung hier im Kloster verweilen. Bereits in Vietnam erlernten die Schüler erste Deutschkenntnisse, die sie nun erweitern sollen. Später wird eine Ausbildung im Pflegeberuf angestrebt. Optimal wäre hier natürlich eine Pflegeschule im Kloster, das ja als Realschulträger bereits hervorragende Erfahrungen in der Schulausbildung hat.
Die heutigen Gebäude im Klosterbauhof entsprechen nicht mehr der fortschrittlichen Landwirtschaft, so Johann Girnghuber. Sie müssten durchgehend erneuert werden. Dies erfordert eine hohe Investition, die das Kloster derzeit nicht aufbringen kann. Die Kandidaten der SPD und der Parteilosen Bürger waren sich einig, dass aufgrund der zentralen und einmaligen Lage in der Ortsmitte unbedingt eine Lösung gefunden werden muss. Beeindruckt von der weitläufigen Anlage wurden gleich mehrere Vorschläge gebracht, angefangen von einem Seniorenwohnheim, kleinen Läden, Veranstaltungsräumen bis hin zu einer Freilichtbühne zum Theaterspielen. Die Ideen sprudelten nur so, nicht zuletzt war man vom wunderbaren Ambiente beeindruckt, das optimal für einen Nikolausmarkt geeignet wäre. Jetzt gilt es aber, sich mit den Verantwortlichen zusammenzusetzen und gemeinsam eine optimale Lösung für das Kloster und die Gemeinde Niederviehbach zu finden.



